Dominik Criado

December 20, 2022

Shopping-Experience: Lenovo vs. Apple

Ich bin gerade auf der Suche nach einem neuen Laptop. Apple und Lenovo sind dafür eigentlich meine bevorzugten Adressen. Eigentlich –, weil die Shopping-Experience nicht unterschiedlicher sein könnte. 

Ich glaube daran, dass eine Web-Präsenz durchaus das Innere eines Unternehmens widerspiegelt. Man erkennt Charakter und Struktur. Wie sehen die Verkaufstechniken aus, wie einheitlich wirkt die Seite? Scheinen da unterschiedliche Abteilungen zu werkeln, die nicht wissen, was die andere tut? Ist nur der Vertrieb tonangebend und die Marke spielt keine Rolle? Ist es gut gepflegt oder findet man tote Links und widersprüchliche Informationen? 

Beim Lenovo-Shop habe ich das Gefühl, ich würde mit vier Sekt intus über eine Kirmes laufen. Alles bewegt sich unkontrolliert, blinkt und schreit nach Aufmerksamkeit. Bei Apple hingegen wirkt es eher wie ein Zen-Garten. Kontrolliert, übersichtlich, ästhetisch. 

Der Eindruck entsteht auch bei den Produkten. Lenovo-Laptops (obwohl ich eine Schwäche für Thinkpads habe) sind Frankenstein-Gebilde aus Intel, Windows und Hersteller. Unüberschaubare Produktpaletten, stark schwankende Preise. Es ist kaum ein Konzept bei den einzelnen Modellen erkennbar. 

Als würde bei Lenovo keine Liebe zum Produkt bestehen. Als wäre es dem Marketing und Vertrieb eigentlich egal, ob sie Laptops oder Schweinehälften verkaufen.

Das ist hart, aber es ist der Grund, warum Apple so erfolgreich ist. Und es ist der Grund, warum ich mir wahrscheinlich wieder ein Macbook kaufe. Obwohl ich die Abhängigkeit von einem Ökosystem/Konzern gerne meiden möchte.


– Dominik Criado (dominik@criado.de)

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