Daniel Flege

December 22, 2021

Film-Review: Spontaneous (2020) – Wenn die Liebe zerplatzt

Wie würdest Du Dein Leben leben, wenn jeder Moment Dein Letzter sein könnte? Im Schatten dieser Frage, die wir uns selbst nicht oft genug stellen, lernen sich die Teenager Mara (Katherine Langford) und Dylan (Charlie Plummer) kennen und lieben. Ihre aufkeimende Romanze wird durch plötzlich explodierende Mitschüler:innen auf eine harte Probe gestellt. Denn neben den Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens müssen sie sich selbst die Frage stellen: Wie viel Zeit wird uns bleiben? Und wie werden wir sie nutzen?

Spontaneous: Gelungenes Regiedebüt mit talentiertem Cast

Regisseur Brian Duffield hat in den letzten Jahren nicht nur mit seinen Screenplays zu Underwater sowie Love and Monsters überzeugt, sondern liefert mit Spontaneous (Zerplatzt) direkt ein richtiges Brett von einem Regiedebüt ab. Die Geschichte der beiden schrägen Außenseiter wird so liebevoll inszeniert, dass man nicht anders kann als sie bereits nach wenigen Minuten ins Herz zu schließen. Mal verspieltes Coming of Age, mal bitterböse Comedy, mal herzzerreißendes Drama spielt Spontaneous auf allen Facetten der Genre-Klaviatur.

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Vor allem die Spielfreude von Katherine Langford und Charlie Plummer zieht einen direkt in ihren Bann. Zwischen den beiden herrscht eine derartige Chemie, eine verspielte Natürlichkeit, die ihre Liebesgeschichte auch ohne die blutige Prämisse zu etwas Besonderem macht. Die Geschichte der zerplatzenden Teenager sorgt natürlich für eine gewisse Fallhöhe, auch wenn bis auf die Carpe-Diem-Weisheiten der Hauptprotagonist:innen keiner der anderen Charaktere einen ernsthaften Wandel oder eine Entwicklung vollzieht.

Nach einem blutigen, packenden Finale im zweiten Akt geht Spontaneous leider allmählich die Luft aus. Zu sehr hat man hier das Gefühl, dass Brian Duffield nicht so recht wusste, wie er die Ursprungsprämisse sinnvoll auflösen sollte. Und so verliert sich der Film in Trauerbewältigung sowie einem aufkommenden, unübersehbaren moralischen Nachruf: Lebe Dein Leben mit jedem Moment, bevor es zu spät ist.

Platzangst neu definiert

Auch, wenn Spontaneous seine Faszination nicht über die komplette Laufzeit ausspielen kann, bleibt er für mich dennoch ein Überraschungshighlight des Jahres, von dessen Genuss man sich durch das grauenhafte Filmposter nicht abhalten lassen sollte. Ein tolles Regiedebüt mit hervorragenden Jungschauspieler:innen und jeder Menge schwarzem Humor. Was will man in solch trüben Zeiten mehr?

Wertung: ★★★☆☆ (3 von 5)

Mein Review sowie weitere Details zum Film findest Du ebenfalls auf Letterboxd.