"Eure Preise für Meet and Greets sind zu teuer."
40 oder 50 € sind viel Geld. Wenn ich allerdings schaue, was so etwas bei Comic Cons kostet oder im Vergleich letztes Wochenende bei Wrestling Conventions, dann muss ich sagen, dass wir da absolut am unteren Ende sind.
Dazu bekommt man bei wXw auch wirklich etwas - also sowohl das professionelle Foto von der Fotografin als auch eine limitierte und nur an diesem Tag erhältliche Autogrammkarte. Beides sind zusätzliche Angebote, die woanders noch mal als teure Upgrades verkauft werden.
Wir müssen den beiden wirtschaftlichen Realitäten ins Auge schauen. Zum einen sind Stars ab einer gewissen Grösse diese zusätzliche Einnahme gewohnt und das ist klar Teil ihrer Verhandlung. Gibt es diese Einnahme nicht, dann wird das Paket anders finanziert und die Preise für alle Fans steigen.
Zum anderen schützt sich damit eben auch der Wrestler, mit dem natürlich 300 Fans ein kostenloses Foto machen möchten. In der Praxis würde das dazu führen, dass entweder der Wrestler sich als Arschloch platziert und irgendwann abbricht oder wir als Veranstalter das tun müssen, wenn wir zu einem gewissen Zeitpunkt eben auch aus der Halle raus müssen.
Mit einem international am unteren Rand positionierten Meet and Greet werden wir damit allen Parteien so gerecht wie möglich. Und wie bei jedem Zusatzangebot gilt: Niemand muss das nutzen. Es ist ein Angebot für die Fans, denen diese Erinnerung das wert ist.
"Ihr solltet auch bei WrestleMania veranstalten."
Sehe ich nicht so - ganz im Gegenteil. Wir erhalten das Angebot regelmässig und haben seit 2020 abgelehnt. Dieser Markt ist inzwischen völlig übersättigt und sowohl Fans als auch Wrestler haben vor Ort so viele Angebote, dass kaum ein Event wirklich genossen oder sorgfältig vorbereitet werden kann.
So sehr ich jedem Wrestler vier Gagen am Tag gönne: Das Ergebnis ist sowohl physisch als auch von der Vorbereitung völlig unterschiedlich, wenn jemand ein Match am Tag hat oder 3x am Tag eine Stunde vorm Match gerade erst in der Halle ankommt, sich keine Zeit nehmen kann und körperlich bereits durch ist.
Bei Mania bleibt im Indy-Bereich ein Wochenende, an dem für eine solche Menge Events nur ganz wenig herausgestochen hat. Mit wenigen Ausnahmen haben die meisten Veranstalter massiv Geld verloren und dies teilweise auch öffentlich gesagt.
wXw ist als Erlebnis besonders, weil unsere Produktion dahinter steht, weil wir uns Zeit für den Inhalt nehmen und weil unsere Fans in der Halle sind. Gehen wir in die USA und packen auf eine von 12 identisch produzierten Shows in einer Venue den wXw-Banner drauf, dann ist das noch lange keine wXw Show - und das merkt man dann auch. Ich habe gute Erinnerungen an unsere US-Reisen mit wXw, aber nicht an die Events selbst.
Ein Veranstalter hat das für mich wunderbar zusammengefasst: Für die meisten Promoter wäre das Budget sinnvoller in ein grosses Projekt daheim investiert gewesen. Damit wächst die eigene Marke vor einem Publikum, das für die nächste Show auch wieder in der Halle sein kann.