Ein weiteres Festival ist Geschichte.
Das als herausforderndes Wochende zu bezeichnen, ist eher eine Untertreibung. Speziell die Inhalte der Events haben sich wie eine permanente Operation am offenen Herzen angefühlt. Mit der Menge an Verletzungen an dem Wochenende haben wir bspw. zwischen Night 2 und We Love Wrestling bis 3 Uhr nachts und wieder bis wenige Minuten vor Showbeginn gebastelt. Umso beeindruckter bin ich von unserem Team, das sich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt und das diese Events in einer Qualität auf dem Matte bringt, als sei das nie ein Problem gewesen, selbst wenn sich permanent alles ändert.
Gute Besserung an unser Lazarett. Axel Tischers schwere Verletzung während seinem Entrance, die spontan zur Absage des Main Events am Samstagnachmittag geführt hat, sticht natürlich heraus. Das habe ich auch erst zum zweiten Mal erlebt. Die Art und Weise, in der Axel diese Verletzung quasi in wenigen Minuten akzeptiert und ruhig verarbeitet hat, beeindruckt mich nach wie vor massiv und ist ein absolutes Vorbild.
Marc Empire & Nick Schreier haben beide ihre Wochenenden im Ring abbrechen müssen. Dennis Dullnig hat sich im Laufe der Veranstaltung gestern so schwer verletzt, dass es selbst im Laufe des Co Main Events nicht klar war, ob das Finale des Königs der Catcher Match je starten würde. Er hat seine Rückreise nachts abgebrochen und ist noch auf dem Rückweg ins Krankenhaus gegangen.
Emzy Allosa hat nach ihrem guten Performances am Donnerstag und Freitag unser Team danach krankheitsbedingt leider verlassen müssen.
In anderen Fällen haben wir Glück gehabt. Ben Thamer & die Greedy Souls waren vor Immer Circle in eine Karambolage mit mehreren Autos verwickelt. Bei Sachschaden von über 30.000 Euro am betroffenen Auto hätte das auch ganz anders ausgehen können.
Zum Aufwachen heute folgte dann die schockierende Nachricht vom viel zu frühen Tod von Pac, der ganz zu Beginn seiner Karriere und unserer Tätigkeit als Veranstalter regelmäßig bei uns war. Leider eine weitere Erinnerung an etwas, das man weiß, aber zu oft vergisst. Meine Frau schrieb mir unter anderem: "Siehst du, wir müssen das Leben geniessen. Man weiss nie, wann es zu Ende ist..."
Ich hoffe, wir haben genau das alle gemeinsam trotz aller Widrigkeiten am Wochenende tun können. Wir haben fantastische Momente erlebt. Wrestler wie Elijah Blum, Peter Tihanyi und Ahura haben einmal mehr bewiesen, dass sie zur absoluten Spitzenklasse in den Indies gehören. Chihiro Hashimoto und Kanji haben gestern Abend ein lautstarkes Statement zu ihren Fähigkeiten gesetzt. Wrestler wie Kay Lee Ray und Katsuhiko Nakajima gehen als Vorbilder voran, wie man sich auch nach großen Erfolgen präsentiert und auftritt.
Diese Festivals sind etwas besonderes, weil jeder der Beteiligten weiß, dass es genau diese Konstellation und diese Gruppe von Menschen nie wieder exakt so geben wird. Man endet immer am Montag mit dieser seltsamen Mischung aus absoluter körperlicher und mentale Erschöpfung, aber tiefer Erfüllung.