Caitrin

June 13, 2022

Ankommen und Papierkram / Arrival and paperwork

Wir sind angekommen. Meine Eltern haben uns versichert, dass wir so lange bei Ihnen wohnen können wie nötig, was wir sehr schätzten. Natürlich haben sie sich auf viel Zeit mit den Enkelinnen gefreut, wollten uns aber auch von den enormen Startkosten behüten. 

Es gab so viel zu Überlegen... Haus, Führerschein, Versicherungen allerlei, Krankenkasse, Nordamerikanische Ladekabeln, Möbel, Hauswaren, usw...

Rückblickend bin ich dankbar, dass ich direkt vor unserem Abflug ein Jobangebot akzeptierte, sonst hätte ich auch noch in der Zeit Jobsuche um die Ohren gehabt. Ich habe mir nach unser Ankunft 1 Monat frei genommen und damit etwas Zeit für Entspannung gewonnen.  

Johannes und ich hatten schon längst festgestellt, dass wir aktuell kein Haus kaufen wollen, nun bin ich für die Entscheidung extrem dankbar. Der verrückte Hausmarkt der letzten 2 Jahre hätte mich direkt in den Wahnsinn getrieben. Also die Suche beschränkte sich auf Miethäuser. 

Wir hatten nicht allzu viele Kriterien, es ging hauptsächlich darum in der Nähe von meine Arbeit zu sein, etwas zentral, und groß genug für Gäste. Johannes und ich sind keine großen Freunde davon, direkt ins Auto steigen zu müssen sobald man irgendwas besorgen muss. Wir hatten deshalb auch gehofft, ein Haus zu finden von dem wir auch zu Fuß einiges erreichen können. 

Es ist etwas schwer zu verstehen bevor man es selbst erlebt hat - Nordamerika is *riesen groß* und wurde für Autos gebaut. Nach dem 2. Weltkrieg gab es viel Geld, endlos Platz, und das Auto wurde gerade eben allgegenwärtig. Demzufolge wurden alle neue Gebäude und Nachbarschaften mit dem Auto im Blick konstruiert. Das heißt, dass fast alle Gebäude in Nordamerika eigenen Parkplätze haben, die Straßen viel breiter als in Europa sind, Gehwege viel weniger Wichtigkeit als Straßen haben, und Fastfood Restaurants mit Durchfahrtsbedienung absolut überall zu finden sind. 

Wir haben die Möglichkeiten die uns ein Auto schenkt ganz gern - vor allen Dingen um Orte außerhalb der Stadt zu besuchen (Berge, Dörfer, und schöne Gegenden fürs Campen und Jagen). Aber eine Stadt fürs Auto zu bauen macht die Stadt paradoxerweise wesentlich schlechter für Menschen zum Wohnen. Es gibt Orte in Calgary die zu Fuß oder mit dem öffentlichen Verkehr schlichtweg nicht zu erreichen sind - man MUSS Auto fahren, um dort hinzukommen. Ich werde sicherlich später mehr zu diesen Thema schrieben. 

Vielleicht ist den der Tatsache nicht überraschend, dass die begehrtesten und angenehmsten Nachbarschaften Calgarys Orte sind die noch begehbar sind. 

Aber wir haben eine Lösung doch gefunden! Ein Haus mit Garten und Keller, viel Platz für Gäste, und ein Homeoffice wo wir arbeiten können. Das Haus steht in einer alten Nachbarschaft, es gibt also viele Bäume und einen Supermarkt zu dem wir zu Fuß gehen können. Ich fahre 12 Minuten mit dem Auto auf Arbeit, oder eben 30 Minuten mit dem Fahrrad. 

Wir wählten uns einen Umzugstag, fingen an Hauswaren und Möbel zu suchen, und ließen es uns in den letzten Wochen bei meinem Eltern gut gehen. 

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Bilderpause / Picture break
I went down a deceptively dry looking slide...
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Granddad entertained the grandbabies
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Johannes found absurdly large salamis
Johannes channelled his inner Ghostbuster with my parents´ vacuum 

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***English version***
So we arrived. My parents were gracious enough to extend an open-ended invitation for us to stay with them as long as necessary. They were eager to spend some time with the grandbabies but they were also keenly aware of how expensive it was going to be for us to start from scratch. 

There was so much to think about... a place to live, drivers licenses, insurance, healthcare coverage, North American charging cords, furniture, house wares, etc... 

Looking back I am so glad I accepted a job offer right before we flew, otherwise the job hunt would still have been dangling over my head. I set my start date for 1 month after we landed so I would have time to relax a little after the intensity of moving.

Johannes and I knew for a long time that we would not buy a house in Canada and now I am so glad. If we had planned all along to buy a house then the last 2 years of the *insane* housing market would have given me debilitating anxiety. So now our search is narrowed to rental houses. 

We just focused on finding somewhere to live close to work and relatively central so we could get around the city. Johannes and I do not enjoy driving through the city every time we need something so we hoped to find a place walking distance from at least some amenities.

Something which is hard for foreigners to understand until you see it - North America was built for cars. After the World Wars there was a whole bunch of money available to build, endless space, and the car was just becoming ubiquitous. So naturally all new buildings were built taking the car in to consideration. This means that almost ALL buildings in North America have a parking lot, the roads are much wider than in Europe, sidewalks are less important than roads, and drive-thru fast food is absolutely everywhere. 

While we love the freedom a car gives us to explore the areas outside the city (mountains, small towns, beautiful camping and hunting areas), planning dense cities around cars just does not make for nearly as pleasant places to live. There are places in the city which are literally unreachable by foot or public transit - you MUST drive a car to reach them. I´m certain I will write more about this topic later.

Unsurprisingly the most coveted and enjoyable places to live in Calgary are the few spots which are still walkable. 

But we found a place we could live in! It´s a house with a backyard and a basement, plenty of room for our guests, and a home office when we work from home. It´s in an older neighbourhood so there are many beautiful trees and it is walking distance from our grocery store. It is a 12 minute drive for me to work or a 30 minute bike ride. 

We set our move-in date, started collecting housewares and furniture and enjoyed a few blissful weeks with my parents before packing up again.